Newsletter – 2018


Inhaltsverzeichnis


 

Newsletter Juli

Liebe Interessierte,

die zuspitzenden Talkshows, die sich vor allem an einer Agenda orientieren, die von Rechtsaußen gesetzt wird, haben die Problematik des Framings durch Sprache und Bilder (und somit allen Mediendarstellungen) auf das Tablett der Auseinandersetzung gebracht – und das ist gut so.

Viel Unwissen kursiert, wie u.a. ein Tweet der Hart-aber-Fair Redaktion offen legt, so als könnte man mit den nun einmal subjektiven sprachlichen Mitteln und angesichts des Funktionierens unseres Gehirns und unserer Wahrnehmung NICHT framen. Watzlawik lässt grüßen!

Dazu ein aktueller Eintrag auf unserem Blog:
https://medien-meinungen.de/2018/06/framing-verstehen-denn-man-kann-nicht-nicht-framen

Zum Thema sind wichtige Beiträge erschienen, die uns vor allem die Schülerin George Lakoffs, Elisabeth Wehling, hier in Deutschland beschert. Wir haben auf Ihr Buch „Politisches Framing“ bereits hingewiesen. Es gibt auch eines mit Lakoff zusammen: „Auf leisen Sohlen ins Gehirn“.
Gut, wenn diese Erkenntnisse von Medienschaffenden aufgegriffen werden!

https://www.deutschlandfunkkultur.de/framing-in-den-tv-talkshows-schon-der-titel-wird-zur-deutung.1264.de.html?dram:article_id=420546

https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2018/06/21/deutschlandfunknova_journalistisches_20180621_dba501df.mp3

https://www.politik-kommunikation.de/ressorts/artikel/wie-parteien-politisches-framing-im-wahlkampf-nutzen-565799404

Auch unter den Professionals der angewandten und strategischen Kommunikation wird das Thema erörtert: https://www.pressesprecher.com/nachrichten/sprache-ist-politik-1070993709

Hoffen wir, dass die Erkenntnisse auch in den überbezahlten Produktionsfirmen der Talkmaster ankommen!

Aus aktuellem und traurigem Anlass zum Tag des antimuslimischen Rassismus am 1. Juli hier ein Beitrag von Sabine Schiffer zum Mord an Marwa El-Sherbiny, der deutlich macht, wie sehr Framing-Probleme das Erkennen und Anerkennen von antimuslimischem Rassismus (mit möglicherweise tödlichen Folgen) erschweren.

https://www.medienverantwortung.de/wp-content/uploads/2009/07/20110715_IMV-Schiffer_InMemoriam-MarwaElSherbiny.pdf

Mehr Bewusstsein für die Zusammenhänge von Sprache und Wahrnehmung ist dringend erforderlich und sollte Teil des Bildungskanons werden!



Newsletter Juni

Liebe Interessierte an der Arbeit des Instituts für Medienverantwortung,

die Datenschutz-Grundverordnung DSGVO bedeutet für unseren monatlichen Newsletter keine wesentlichen Veränderungen. Sie ist ja bereits seit Jahren die geltende Rechtsgrundlage, an der wir uns bei der Datenverwaltung und –Handhabung orientieren. Am 25. Mai 2018 endete die Deadline, bis zu der die Umsetzung erfolgt sein muss.

Sie konnten sich aktiv für den Newsletter anmelden und jederzeit abmelden – über die unten angegebene eMail-Adresse bzw. einfach über Antworten mit dem Betreff Unsubsribe oder Abmelden (am einfachsten). Wenn Sie also unsere Informationen nicht mehr erhalten möchten, melden Sie sich – ansonsten belassen wir alles so, wie es ist, und freuen uns auf weiteren fachlich-konstruktiven Austausch.

Aus aktuellem Anlass hier einige Beiträge zum DSGVO, das im Moment für etwas Unruhe sorgt…

Das hier schreibt der Macher der EU-Verordnung Jan Philipp Albrecht:

https://www.janalbrecht.eu/2018/05/2012-12-12-alles-wichtige-zur-datenschutzreform/

https://www.janalbrecht.eu/2018/05/dsgvo-haeufig-gestellte-fragen-haeufig-verbreitete-mythen/

Sascha Lobo sieht Vieles kritischer:

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/datenschutz-grundverordnung-dsgvo-sascha-lobo-vs-jan-philipp-albrecht-a-1209779.html

ebenso der Anwalt und Betreiber des Blogs Internet-Law Thomas Stadler:

http://www.internet-law.de/2018/05/was-bedeutet-die-datenschutzgrundverordnung-fuer-blogger-und-webseitenbetreiber.html

Die Plattform Netzpolitik und andere Netzaffine verweisen u.a. auf die Möglichkeit, das Abmahnwesen zu verändern und den neuen Anforderungen anzupassen – ein Weg, den beispielsweise Österreich gegangen ist:

https://netzpolitik.org/2018/abmahnungen-und-der-datenschutz-den-deutschen-sonderweg-beenden/

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Keine-Strafen-Oesterreich-zieht-neuem-Datenschutz-die-Zaehne-4031217.html?seite=all

Zu vermerken ist jedenfalls jetzt schon, dass die Regelung Vereine und mittelständische Unternehmen belastet, während die großen Player, die angeblich nicht mehr „Akzeptieren“ oder „Deaktivieren“ via weitreichenden AGB fordern dürfen, kreative neue Wege finden…

http://www.sueddeutsche.de/digital/datenschutz-dsgvo-panik-nur-nicht-bei-facebook-und-google-1.3993092

http://www.sueddeutsche.de/digital/dsgvo-wie-facebook-versucht-die-neuen-datenschutzregeln-auszuhebeln-1.3988334

https://netzpolitik.org/2018/facebook-nutzt-anpassung-an-datenschutzgrundverordnung-um-gesichtserkennung-auch-in-europa-zu-starten/

Die TV-Doku zum Gesetzgebungsprozess: https://www.arte.tv/de/videos/045391-000-A/democracy-im-rausch-der-daten/

 

IMV News

Die alte und neue Adresse des Instituts für Medienverantwortung in Berlin
lautet – dort steht am Klingelschild übrigens ganz dezent:

IMV gUG
Marburger Str. 3
10789 Berlin

Die Telefonnummer 030/219098-68. Wir bleiben zwar auch Erlangen verbunden, aber der Bürobetrieb ist nun im Wesentlichen nach Berlin übergesiedelt und allein hier solltet Ihr uns kontaktieren. Die Netzadressen sind ja sowieso ortsneutral und bleiben unverändert.

Weitere Veränderungen stehen aber auch an. Über die informieren wir im nächsten Monat.

Ja, es konnte richtig erkannt werden, das war der Werbeblog ;-))
Nach dem Motto: Bitte dranbleiben!

 


Newsletter Mai

3. Mai – Tag der Pressefreiheit

Zum Internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai möchten wir auf die Situation engagierter JournalistInnen aufmerksam machen und auf das Fakt, dass staatliche Repression von Medienschaffenden nicht nur im Ausland stattfindet, und der Tag der Pressefreiheit von der UNESCO nicht zum Zwecke des Schutzes vor Aktivisten ersonnen wurde – wenn auch gezielte Angriffe bestimmter Gruppierungen ebenso zu verurteilen sind, wie staatliche Medienkontrolle.

https://www.unesco.de/kommunikation/welttage/welttag-pressefreiheit.html
http://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/226843/tag-der-pressefreiheit-28-4-2017

So beschrieb der Journalist Marvin Oppong seine fotografische Dokumentation eines Unfalls mit einem Polizeiauto in der Nacht vom 1. Mai auf den zweiten Mai als Schikane vonseiten der Polizei, Enteignung der Speicherkarte, Verbringung aufs Präsidium und verbale Ausrutscher: „Auf der Wache wurde ich v. d. #Polizei beleidigt: „Halt deine dämliche Fresse! Wenn das bei mir gewesen, dann ..!“, so Polizist. Es fiel auch Aussage „Scheiß Presse!“, als ich darauf hinwies, dass insbesondere d. #Presse Polizeieinsätze dokumentieren darf…“ (Marvin Oppong auf seinem Twitterkanal @MarvinOppong am 2. Mai gegen 2 Uhr)

Auf Malta, wo die Investigativjournalistin Daphne Galizia ermordet wurde, spielt die Polizei jedoch eine weitaus unrühmlichere Rolle – wenn man den Ausführungen ihres Familienanwalts folgen darf: https://derstandard.at/2000078982293/Journalistenmord-auf-Malta-Polizist-soll-Verdaechtige-gewarnt-haben.

In Tschechien und der Slowakei schwanken die Zuweisungen für die Morde an Journalisten zwischen Regierungsverantwortung und Mafia http://www.taz.de/!5487424/. Auch beim jüngsten bekannt gewordenen Anschlag in Afghanistan waren Journalisten die Zielscheibe: http://www.dw.com/de/gezielter-anschlag-auf-journalisten-in-kabul/a-43587717.

Und dass die Medien in der Türkei unter Druck stehen, ist hinlänglich bekannt. Wie es sonst um die Pressefreiheit weltweit bestellt ist, dokumentieren alljährlich die Reporter ohne Grenzen: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/jahresbilanz/2017. Ausführlicheres zur Phänomenologie – ohne allerdings die Methoden zur Datenermittlung offen zu legen – finden sich in folgendem Dossier: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/fileadmin/Redaktion/Presse/Downloads/Jahresbilanz/Jahresbilanz_der_Pressefreiheit_2017.pdf.

In diesem Jahr gibt es mehrere Aktionen, exilierte Journalisten aus der Türkei zu unterstützen und ihnen eine Stimme im Ausland zu geben. Wir unterstützen dabei unter anderem den Verein

DTJ-Recherche e.V. (Deutsch-Türkischer Journalismus und Recherche e.V.) mit Redaktionssitz in
40721 Hilden, Herderstr. 26, Tel: 02103/71 54 554, info@dtj-recherche.de (Vorsitzender des Vereins: Erkan Köktas) zum Tag der Pressefreiheit türkischen Exiljournalisten in Deutschland eine Stimme zu geben.

IMV News

Ab Juni 2018 lautet unsere Institutsadresse: Marburger Straße 3, 10789 Berlin.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Frau Pieper für Ihre langjährige Mitarbeit im Erlanger Büro!


Newsletter April

Social Media Fasten

Der Grat zwischen sinnvoller Mediennutzung und der Möglichkeit negative Entwicklungen zu verstärken – Einsamkeitsgefühle, Sucht, Depression – ist schmal. Hier wird die Problematik kurz aufgerissen, aber mitnichten richtig, denn der Digitalisierungspakt für Schulen begünstigt eher ein Abgleiten in schädliche Mediennutzungsmuster angesichts der Fokussierung auf Ausstattung und die ZU FRÜHE HERANFÜHRUNG von Kindern an neue Techniken.
https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-morgenmagazin/videos/studie-social-media-depression-100.html

Mehr dazu steht immer noch aktuell im Buch „Bildung und Medien“ von Sabine Schiffer, das hier seine Fortsetzung findet: www.generationmedien.de.

Immer wieder weisen Studien einen Zusammenhang zwischen der Mediennutzung – und das muss man nicht auf die sog. Social Media beschränken – und negativen Stimmungen nach:
https://www.kaspersky.de/about/press-releases/2017_cyber-depression-durch-social-media-nutzung
https://journal.thriveglobal.com/how-technology-hijacks-peoples-minds-from-a-magician-and-google-s-design-ethicist-56d62ef5edf3

Was Viele nicht wissen, ist, dass hinter dem Suchtpotential auch Strategien der Programmierer stecken, wie es beispielsweise Mitarbeiter/Aussteiger aus Online-Unternehmen beschreiben:
https://www.theguardian.com/technology/2017/oct/05/smartphone-addiction-silicon-valley-dystopia

Jenseits von Sucht kann aber auch die Logik bestimmter Plattformen enormen Performance-Druck ausüben, dem sich z.B. viele Influencer/Youtube-Stars unterwerfen, weil beispielsweise Hochladezeiträume neuer Videos kurz sein müssen, um von den Suchmaschinen erfasst und privilegiert angezeigt zu werden.
https://journal.thriveglobal.com/how-technology-hijacks-peoples-minds-from-a-magician-and-google-s-design-ethicist-56d62ef5edf3

Wie aber kann man die neuen Medien für sich nutzen ohne solche Mechanismen Überhand nehmen zu lassen? Machen Sie doch mal einen Selbstversuch! Wie steht es um ihre Nutzungsgewohnheiten?

Hier zwei Beispiele, die es mit einer Social-Media-Fastenzeit versucht haben:
https://alcudina.de/social-media-auszeit-selbstversuch-4-wochen/
http://janrein.de/warum-2018-keine-social-media/

Jan Rein kann in diesem Jahr bei seinem Selbstversuch begleitet werden: http://janrein.de/social-media-diaet/ – Und in dem Zusammenhang dürfte auch sein neuer Podcast „Ausgeloggt und losgelebt“ interessant werden: http://janrein.de/podcast – Wir laden herzlich dazu ein!

IMV News

Sabine Schiffer folgt dem Ruf der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft auf eine Professur für Journalismus und Unternehmenskommunikation an die HMKW nach Frankfurt/Main. Sie wird ab der nächsten Woche in dieser Funktion tätig und unter www.hmkw.de zu finden sein. Die wissenschaftliche Leitung des IMV ist davon nicht berührt, bei der Geschäftsführung wird sich etwas ändern. Das Institut wird in den nächsten Monaten endgültig nach Berlin umziehen.

Wir halten Sie über die Entwicklung weiterhin auf dem Laufenden und freuen uns über jede Unterstützung!


Newsletter Februar

 Schlaglichter auf die IALANA-Medientagung

Die IALANA ist, Zitat von ihrer Webseite „eine überparteiliche und unabhängige internationale Organisation von Juristinnen und Juristen, die sich für gewaltfreie Konfliktlösungen engagiert“. Vom 26 – 28. Januar fand in Kassel die IALANA-Medientagung unter dem Thema „Krieg und Frieden in den Medien“ statt, das Programm finden Sie hier.

Zum Kongress wird es noch vielfältige Berichterstattung geben, u.a. ist ein Tagungsband geplant.

Bisher sind folgende Stimmen erschienen:

Während RT Deutsch die Versammelten für die „Crème der deutschen Medienkritik“ hält, fällt das Urteil von Prof. Meyen vom Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Uni München anders aus. Und auch auf der Tagung wurde bereits bemängelt, dass man „den Journalismus“ nicht zur Teilnahme habe bewegen können, obwohl es sich ausschließlich um konstruktive Kritik im Sinne der Stärkung desselben gehalten habe.

 

IMV-News:

Wir kooperieren mit der Erlanger Volkshochschule mit, unter anderem, einer Vortragsreihe über „Die letzten Diktaturen Europas“.
Gestartet ist diese Reihe am 24. Januar, Dr. Sabine Schiffer diskutierte mit Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller über die Nachwirkungen überwundener Diktaturen und was wir daraus lernen können.

„Wir haben Gerechtigkeit erwartet und den Rechtsstaat bekommen.“ Dieses Zitat von Bärbel Bohley lässt deutlich werden, dass Europa auch heute noch unter dem Eindruck seiner letzten Diktaturen steht. Zum Auftakt der Vortragsreihe „Die letzten Diktaturen Europas“ lud die Volkshochschule Erlangen den Historiker und Diktaturforscher Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller ein. Er beschrieb die markanten politischen und gesellschaftlichen Nachwirkungen der Diktaturen in Polen und Spanien sowie die Entwicklungen der Bundesrepublik nach dem Ende der SED-Diktatur. Deutlich wurde, wie schwer es war und ist, den Opfern der Diktaturen im Nachgang gerecht zu werden und dass der Diktaturvergleich und die Ausleuchtung der verschiedenen Aufarbeitungswege mit ihren Folgen wichtige Erkenntnisse für heute gibt. So schlussfolgerte Ganzenmüller nach der Diskussion mit den Teilnehmenden: „Jeder Weg hat seinen Preis.“

Am 27. April wird die Reihe fortgesetzt mit dem Wissenschaftler Dimitrios Gounaris zu den gesellschaftlichen Nachwirkungen der Diktatur in Griechenland.

 

 

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