Forschung

Inhaltsverzeichnis

  1. Medien- und Sprachanalyse
  2. Stereotypenforschung

1. Medien- und Sprachanalyse 

Um ein Abschätzen von Wirkungspotenzialen medialer Darstellungen möglich zu machen, reichen rein inhaltsanalytische Ansätze der Medienforschung niemals aus. Darum beziehen wir Aspekte wie Raum- und Anordnungsfragen, Schnitt-, Bild- und Satzbauanalysen sowie metaphorische Konzepte und einiges mehr in das Unter­suchungsspektrum des Medienangebots mit ein.

Auch muss eine Analyse des situativen Kontextes, in den ein Beitrag immer hinein platziert wird, vorgeschaltet werden. Das heißt die vorherrschende Stimmung soll nicht als Resultat einer Art von Darstellung verstanden werden, sondern als ein mit entscheidender Faktor, wie ein Beitrag aufgenommen wird – sprich auf welchen Nährboden er potenziell fällt.

Medien bedienen sich vor allem des subjektiven Zeichensystems Sprache. Darum bedarf diese unserer besonderen Aufmerksamkeit, denn bereits in der Wortwahl steckt eine Entscheidung für eine Perspektive auf einen Sach-verhalt. Bei der Wortkritik alleine dürfen wir aber nicht stehen bleiben, um die Konstruiertheit unserer Vorstellungen von der Welt aufzudecken.

2. Stereotypenforschung 

Grundmerkmale des Stereotyps sind die Wiederholung kleiner Ausschnitte aus einem viel größeren Ganzen und die Verallgemeinerung dieser Teilaspekte. Gerade in der Wiederholung liegt ein enormes Potenzial, komplexere Sachverhalte total zu vereinfachen und als wahr erscheinen zu lassen. Positive Stereotype nehmen wir oft ebenso unbewusst wahr wie negative, aber letztere werden von Betroffenen zurückgewiesen.

Medien sind keine Erfinder von Stereotypen, aber natürlich ist das Potenzial zur Wiederholung und vor allem Vervielfältigung solcher Reduktionen enorm. Eine Sensibilisierung hierfür setzt eine sachliche Analyse voraus, um einen verantwortungsbewussten Umgang mit Faktenmaterial zu unterstützen – abseits vom moralischen Zeigefinger.

Vor allem der gut erforschte diskriminatorische Diskurs des Antisemitismus kann hier wichtige Hinweise für ähnlich strukturierte Argumentationen heute liefern – und zwar der, der lange vor dem Nationalsozialismus geführt und vielfach unterschützt wurde. Aktuelle Neorassismen wie Sexismus, Ageismus, Antiamerikanismus, Nationalismus, Islamophobie, und auch ein auszumachender Ossi-Wessi-Konflikt, andere Antiregionalismen uvm. weisen ähnliche Argumentationsmuster auf, die systematisch beschrieben werden können.

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