Institut für Medienverantwortung

 


Zensur

Artikel 5 Grundgesetz

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

Zum Volltext Grundgesetz

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von donrolando

Von Denunzianten in der Medienwelt oder: Der journalistische Ethik-Codex der Ramona Ambs

An unredliche Angriffe auf Dr. Sabine Schiffer und ihr Institut für Medienverantwortung hat man sich ja bereits gewöhnt. Aber die bisherige Substanzlosigkeit der Attacken zwingt gewisse Kreise wohl dazu bei ihren Scharmützeln noch tiefer in die Trickkiste der Täuschung und Diffarmierung zu greifen.

Zu diesem Zweck wird von einer Ramona Ambs auf der deutsch-israelischen Website HaGalil der Ausschnitt einer nicht-autorisierten, persönlichen Email Schiffers zitiert und der Eindruck erweckt Schiffer hätte darin zugegeben, dass sie Aussagen in einem ihrer Artikel nicht belegen könne und sie diese Aussagen nur wegen
der muslimischen Leserschaft geschrieben hätte.

Obwohl der volle Text der Email das klare Gegenteil aufzeigt schreibt Ambs auf HaGalil:

„Eben mal so behaupten, dass jüdische Organisationen sich an Islamhetze beteilligen und auf Nachfrage einräumen, dass man es nicht weiß, es aber strategisch, wegen der muslimischen Leserschaft- so beschlossen hat.“

http://www.hagalil.com/archiv/2010/10/13/medien-3/

Starker Tobak! Doch was ist passiert?

Anlässlich eines Artikels

von Frau Schiffer im Hintergrund („Es herrscht Pogrom-Stimmung“) fragt Frau Ambs, auf ein Zitat des Artikels verweisend, per Email bei Frau Schiffer an

Jedoch sind es in der Tat inzwischen nicht wenige jüdische Organisationen, die dem gezielt gelegten Missverständnis

aufgesessen sind, dass sie mit der Verbreitung des antiislamischen Rassismus im Sinne Israels handeln würden. So mischen sich zunehmend

Israel-Fahnen selbsternannter „Israel-Freunde“ mit antiislamischen Hetzkampagnen, deren Argumentationen aus den Hochzeiten des

Antisemitismus eigentlich bekannt sein müssten. (Rest des Zitats am Ende des Beitrags)

und möchte wissen um welche jüdischen Organisationen es sich denn handele, die antiislamischen Rassismus verbreiten würden. Schiffer antwortet per Email und Ambs veröffentlicht darauf hin im deutsch-israelischen Web-Portal HaGalil einen Artikel mit dem Titel „Von Windbeuteln in der Medienwelt“, in dem sie einen Satz der Antwort-Email aus dem Zusammenhang gerissen veröffentlicht und behauptet Schiffer könne keine solchen Organisationen benennen, weil sie keinerlei Belege hierfür habe.

Bezeichnend ist, dass sie den Rest der Email unterschlägt, in dem Sabine Schiffer solche Organisationen benennt.

„Nun zu Ihrer Frage: Ehrlich gesagt kann ich gar nicht belegen, ob die Richtung, die ich dem Wirken des antiislamischen Spins gebe, so stimmt – aber da ich ja viel von Muslimen rezipiert werde, habe ich das einfach – strategisch – so beschlossen: Bei den Recherchen zu unserem Buch, das ich Ihnen vielleicht gerne als Rezensionsexemplar anbieten würde, sind Constantin Wagner und ich auf einige Hinweise gestoßen, die durchaus geeignet sind, Verschwörungstheorien zu bedienen: etwa Aish ha torah, Wayne Kopping & Co. und der Film Obsession, der ja schließlich eine der wichtigsten Vorschlagen zu Wilders Fitna wurde.

Dann gibt es ganz konkret den David Horrowitz-Center der Djihad Watch sponsert. Zum Islamisten-Spin der Evangelikalen hatte ich vor ein

paar Jahren schonmal etwas veröffentlicht – das hänge ich Ihnen mit an. Und dann einige unheilige Allianzen sog. Antideutschen mit jüdischen Gemeinden… Dennoch halte ich die meisten Israelfahnen für Tarnung von Rassisten, die damit genau diesem Vorwurf entgehen wollen – s.

Interviewaussagen von Christine Dietrich von Politically Incorrect. Nun, im Buch ist das alles ausführlicher und jetzt im Moment kann ich sowieso nicht mehr – aber vielleicht wollen wir mal telefonieren und Weiteres besprechen. Würde mich sehr freuen – vor allem mit Blick auf die Frage, wie man die Erkenntnisse für alle in konstruktive und nicht polarisierende Bahnen umlenken kann – denn das beobachte ich zur Zeit und nicht nur in Deutschland.“

Um so perfider ist der Ton, den der Artikel auf HaGalil anschlägt, indem er die Aussage Schiffers diametral interpretiert und ins Gegenteil umkehrt: So wird Schiffer von Ambs unterstellt, sie würde ohne jede Belege jüdische Organisationen verdächtigen, um der muslimischen Leserschaft zu gefallen.

In ihrer Antwort-Email schreibt Schiffer jedoch, sie hätte sich „strategisch dafür entschieden“ bei diesen jüdischen Organisationen nur „falschverstandene“ Solidarität mit Israel zu vermuten, anstatt die andere mögliche Interpretation, sie seien selbst viel stärker in den „anti-islamischen Spin“ verwickelt, zu unterstellen. Dies begründet sie damit, dass sie die Polarisierung zwischen Moslems und Juden nicht verstärken wollte (um offensichtlich keinen antisemitischen Ressentiments Vorschub zu leisten).

Setzt man eine gewisse intellektuelle Leistungsfähigkeit bei Ramona Ambs voraus, dürfte es sich in diesem Fall nicht um ein lapidares Missverständnis handeln. Stattdessen scheint die Autorin relativ klar zu verstehen was sie tut, wenn sie wissentlich die Aussagen der Email falsch auslegt. Wenn jemand über eine Person ehrverletzende Behauptungen aufstellt, obwohl er weiß, dass diese unwahr sind, so bezeichnet man dies als Verleumdung, die in Deutschland mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft wird (§187StGB).

Interessant in diesem Zusammenhang dürfte vielleicht noch das Papier des Tel Aviver Reut-Institut „Building a Political Firewall Against Israel’s Delegitimization“ sein. Darin wird die zunehmende Isolation Israels in der Öffentlichkeit vor allem nach dem Krieg gegen Gaza thematisiert. Um dieser zu begegnen soll offensiv gegen die Netzwerke der „Delegitimierer“ vorgegangen werden, in dem Netzwerke aufgebaut werden, die diese bekämpfen („It takes a network to fight a network“). Hierzu sollen pro-israelische und jüdische Gruppen vor Ort eingesetzt werden („Mobilizing Jewish and Israeli Diaspora communities; let the local pro-Israel community lead“). Inwieweit dazu auch die Diffamierung von Kritikern, wie etwa Felicia Langer und anderen, gehört, bleibt eine der spannenden Fragen in diesem Zusammenhang.

Erhellend hierzu auch folgende Reportage auf Real News Network über Israel’s PR-Krieg:

More at The Real News

Link des Buches von Sabine Schiffer:

Antisemitismus und Islamophobie: Ein Vergleich

Antisemitismus und Islamophobie - ein Vergleich

Website des Reut-Instituts: http://www.reut-institute.org

und Bericht http://www.reut-institute.org/data/uploads/PDFVer/20100310%20Delegitimacy%20Eng.pdf

Ursprünglicher Artikel auf hintergrund.de (+ Zitat)

(http://www.hintergrund.de/201008311109/feuilleton/zeitfragen/es-herrscht-pogromstimmung.html)

eigenen Endzeit-Ziele verfolgen: Der evangelikale Zionismus sieht im zweckbestimmten Schauplatz des Wiedererscheinens des – wohlgemerkt –

Wie die PR-Kampagne für die rassenideologischen Thesen eines ausgemusterten SPD-Politikers in Buchform, mit Protest als Motor eingeplant, von Akteuren wie den Schreiberlingen auf der „Achse des Guten“ in Deutschland promoted wird, so sind es auch in den anderen sogenannten westlichen Ländern, wie den USA, nicht nur fundamentalistische Medienmacher, die die antiislamische Kuh immer wieder durchs Dorf treiben. Aber gerade Evangelikale hüben wie drüben verbinden diese Agitation gerne mit angeblich pro-Israelischer Lobbyarbeit, wobei bekannt sein dürfte, dass sie mit Israel ihre ganz Kampf des Guten gegen das Böse, also den Islam, Israel christlichen Messias.

Jedoch sind es in der Tat inzwischen nicht wenige jüdische Organisationen, die dem gezielt gelegten Missverständnis aufgesessen sind, dass sie mit der Verbreitung des antiislamischen Rassismus im Sinne Israels handeln würden. So mischen sich zunehmend Israel-Fahnen selbsternannter „Israel-Freunde“ mit antiislamischen Hetzkampagnen, deren Argumentationen aus den Hochzeiten des Antisemitismus eigentlich bekannt sein müssten. Der Nahostkonflikt wird so noch direkter in die Innenpolitik verwoben. Die Konstellation suggeriert, dass ein islamischer Fundamentalismus es rechtfertige, dass das Völkerrecht vor Ort ausgeschaltet wird. Alles scheint so programmiert, dass der Hass weiter zunimmt, weil Rechtsgrundsätze offensichtlich keine Rolle mehr spielen sollen. So wird aus diesem Konflikt, wie aus vielen anderen auch, ein Religionskonflikt – zunächst herbei geredet und dann realiter, denn das ist die faktizierende Kraft der Worte. Wie die Pogrome, die den jetzigen mehr oder weniger expliziten Aufrufen zu Hass und Gewalt folgen werden

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